30.09.2026

Die Bereitschaft zur Arbeit im Ausland steigt – insbesondere bei Jüngeren und auch bei Nicht-Führungskräften

Berufstätige beklagen Digitalisierung und härteren Arbeitsmarkt

Jenseits der Grenzen Deutschlands zu arbeiten, können sich immer mehr Beschäftigte vorstellen. Fast jeder zweite Erwerbstätige in Deutschland erklärt inzwischen, dass er dazu bereit ist oder dies bereits getan hat bzw. dies aktuell macht. Von 41 Prozent im Vorjahr auf jetzt 48 Prozent springt der Wert unter allen Erwerbstätigen.

Zu dieser Steigerung tragen besonders die sehr jungen Berufstätigen unter 25 Jahre bei. Um fast die Hälfte (von 44 % auf 65 %) ist bei diesen das Interesse gewachsen. Dieses nimmt aber auch bei der Generation der 55- bis 64-Jährigen deutlich zu und steigt von 40 Prozent auf 46 Prozent.

Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede bei der Bereitschaft zur Arbeit im Ausland. Männern sind deutlich häufiger dazu bereit als Frauen (53 % zu 42 %). Gegenüber dem Vorjahr ist die Bereitschaft jedoch in beiden Gruppen gleichermaßen gestiegen, und zwar um jeweils sieben Prozentpunkte.

Projektleiter mit hoher Auslands-Affinität – Interesse steigt auch bei Beschäftigten, die keine Führungsaufgaben haben

Berufstätige mit Projektleitungsverantwortung zeigen eine besonders hohe Bereitschaft, im Ausland zu arbeiten: 60 Prozent geben an, dazu bereit zu sein, dies bereits getan haben bzw. aktuell dort tätig zu sein. Dieser hohe Wert zeigt sich unabhängig davon, ob zusätzlich Personalverantwortung bei diesen Beschäftigten besteht oder nicht. Gegenüber dem Vorjahr ist die Offenheit für eine Tätigkeit im Ausland in dieser Gruppe nochmals gestiegen. Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt sich zudem bei Beschäftigten ohne Personal- oder Projektleitungsverantwortung: Ihre Bereitschaft zur Arbeit im Ausland ist innerhalb eines Jahres von 34 auf 42 Prozent gestiegen. Das entspricht einer Steigerung um rund ein Viertel.

Auch zwischen den Branchen gibt es erhebliche Differenzen in dieser Frage. Besonders hoch ist sie beispielsweise im Bereich Marketing und Medien: Dort können sich 67 Prozent eine Tätigkeit im Ausland vorstellen oder haben bereits entsprechende Erfahrungen gesammelt. Damit liegt der Anteil nahezu doppelt so hoch wie bei den Befragten innerhalb der medizinischen Gesundheitsberufe.

Homeoffice-Beschäftigte streben ins Ausland

Je häufiger Erwerbstätige im Homeoffice oder mobil arbeiten, desto größer ist ihre Bereitschaft für eine Tätigkeit im Ausland.

Abhängig davon, wie oft Erwerbstätige im Homeoffice bzw. mobil arbeiten, zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede beim Interesse an Auslandsarbeit. Von denjenigen, die komplett remote tätig sind, erklären fast zwei Drittel ihre Bereitschaft für eine Tätigkeit jenseits der eigenen Landesgrenzen.

Damit liegt ihre Bereitschaft um mehr als die Hälfte höher als bei denjenigen, die immer am Firmenarbeitsplatz bzw. im Büro arbeiten. Auch der Anstieg gegenüber dem Vorjahr fällt bei den Homeoffice-Beschäftigten deutlich stärker aus.

Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern

Auch regional zeigen sich unter den Erwerbstätigen in Deutschland deutliche Unterschiede bei der Bereitschaft, im Ausland zu arbeiten. Im Saarland (53 %) sowie in Rheinland-Pfalz und Berlin (jeweils 52 %) ist der Anteil den Beschäftigten, die zu einer Tätigkeit im Ausland bereit sind. Die Befragten im Freistaat Sachsen sind in dieser Frage besonders zurückhaltend.

Die HDI Berufe-Studie wird jährlich bundesweit durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland. Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage im YouGov Panel, an der 3.844 erwerbstätige Personen zwischen dem 10. Juni und 03. Juli 2026 teilnahmen. Die Daten wurden mit den Quotenmerkmalen Alter und Geschlecht innerhalb der einzelnen Bundesländer erhoben. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die erwerbstätige Bevölkerung in jedem einzelnen Bundesland ab 15 Jahren nach Alter und Geschlecht sowie für die erwerbstätige Bevölkerung in Deutschland insgesamt ab 15 Jahren nach Alter, Geschlecht und Region.

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