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14.12.2020

Frauen kommen mit Corona-Erfahrungen besser klar als Männer

Berufstätige beklagen Digitalisierung und härteren Arbeitsmarkt

Laut HDI Berufe-Studie 2020 haben berufstätige Frauen und Männer in etwa gleich häufig während der Corona-Zeit in Kurzarbeit gearbeitet. Ihre Erfahrungen damit sind allerdings sehr unterschiedlich.

Fast jede zweite Frau hat die Zeit der Kurzarbeit „trotz allem als insgesamt für mich wertvoll erlebt“ (49 Prozent). Unter berufstätigen Männern sagt das nur etwa jeder Dritte (37 Prozent), der in Kurzarbeit war. Deutlich mehr von ihnen empfinden seither Existenzängste und Angst vor Arbeitslosigkeit (29 Prozent gegenüber 21 Prozent bei Frauen). Signifikant mehr Frauen als Männer geben zudem an, dass sie durch die Corona-Erfahrungen „dankbarer für die Arbeitsstelle geworden sind“ (31 Prozent gegenüber 25 Prozent Männer)

Männer mit positiverer Grundeinstellung zum Beruf

Allerdings zeigt sich bei berufstätigen Männern etwas häufiger als bei Frauen, dass sie durch die Corona-Erfahrungen eine insgesamt positivere Einstellung zu ihrem Beruf gewinnen konnten (34 Prozent gegenüber 31 Prozent der Frauen). Dies Ergebnis korreliert mit einer unter Männern generell größeren Zufriedenheit mit der ausgeübten Arbeit. Dazu liefert die HDI Berufe-Studie gleich mehrere Belege: So würden deutlich mehr Männer als Frauen ihren heutigen Beruf wieder wählen (75 Prozent zu 62 Prozent Frauen). Mehr Männer als Frauen wollen ihren Beruf auch jungen Leuten empfehlen (69 Prozent zu 62 Prozent der Frauen). Zudem empfinden mehr Männer als Frauen ein „sehr gutes“ oder „gutes“ Image ihres Berufs in der öffentlichen Meinung (59 zu 51 Prozent). Und schließlich sagen sechs von zehn berufstätigen Männern, dass das Image ihres Berufs in der Öffentlichkeit dem ihrer eigenen Wahrnehmung entspricht. Dies geben berufstätige Frauen nur etwa zur Hälfte an (52 Prozent).

Frauen partizipieren weniger an der Digitalisierung

Erfahrungen mit der Arbeit im Homeoffice haben während der Corona-Zeit etwas weniger der berufstätigen Frauen als Männer gemacht (25 Prozent zu 30 Prozent). Außerdem berichten sie von einem insgesamt geringeren Anteil digitaler Tätigkeiten bei ihrer Arbeit. Dass die Digitalisierung zu einer verbesserten Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben führt, geben vielleicht auch deshalb etwas weniger Frauen als Männer heute an (25 Prozent zu 29 Prozent Männer). Zudem wird von ihnen der digitale Wandel unterm Strich weniger häufig als Erleichterung der Arbeit empfunden als von berufstätigen Männern (44 zu 48 Prozent Männer).

Folgen der Corona-Krise: Frauen nicht ganz so pessimistisch

Berufstätige Frauen befürchten zu 50 Prozent, dass es nach der Corona-Zeit eine Pleitewelle in Deutschland geben wird. Unter Männern ist diese Sorge mit 59 Prozent signifikant stärker ausgeprägt. Gleiches gilt bei der Einschätzung, ob Unternehmen in Deutschland nach der Corona-Zeit insgesamt weniger investieren werden. Während Frauen das zu 30 Prozent davon ausgehen, sind es bei den Männern mit 36 Prozent deutlich mehr. Im eigenen Unternehmen haben nach den Corona-Erfahrungen schließlich 30 Prozent der Frauen bisher keine Veränderung feststellen können. Dies können unter berufstätigen Männern nur 25 Prozent bestätigen.

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