Für die volle Funktionalität dieser Seite ist es notwendig JavaScript zu aktivieren. Hier sind die Anweisungen wie Sie JavaScript in Ihrem Browser aktivieren.
14.12.2020

Ostdeutsche erfüllt der Beruf mehr als Westdeutsche

Berufstätige beklagen Digitalisierung und härteren Arbeitsmarkt

Ohne einen Beruf können sich 61 Prozent der Beschäftigten in Ostdeutschland ihr Leben nicht vorstellen. In Westdeutschland liegt der Wert mit 56 Prozent deutlich niedriger. Doch nicht nur hier zeigen sich Unterschiede.

So betrachten im Osten auch signifikant mehr Erwerbstätige ihre Arbeit als sinnstiftend für die Gesellschaft (54 Prozent gegenüber 49 Prozent im Westen). Die Bedeutung sozialer Kontakte durch den Beruf wird ebenfalls höher bewertet (76 Prozent zu 72 Prozent im Westen) und auch die soziale Anerkennung im Beruf ist deutlich mehr Beschäftigten „sehr wichtig“ als in Westdeutschland (24 Prozent zu nur 19 Prozent im Westen).

Die Corona-Zeit hat diese Unterschiede tendenziell weiter verstärkt. Laut HDI Berufe-Studie 2020 haben 13 Prozent der Westdeutschen in dieser Krisenzeit eine negativere Einstellung zu ihrem Beruf entwickelt, in Ostdeutschland waren es hingegen nur zehn Prozent. Etwa gleich hoch war der Anteil derjenigen, die in der Pandemie eine positivere Einstellung zum Beruf gewinnen konnten (Ost 34 Prozent, West 33 Prozent).

Eine mögliche Ursache: In den ostdeutschen Bundesländern steht die Selbstverwirklichung im Beruf stärker im Mittelpunkt. Sie wird weit häufiger als wichtig angesehen als im Westen (72 Prozent zu 64 Prozent im Westen). Zudem wird auch der Anwendung erworbener Fähigkeiten im Beruf mehr Bedeutung beigemessen, die hier sogar 38 Prozent der Befragten als „sehr wichtig“ einschätzen (Westdeutschland 32 Prozent).

Kurzarbeit wird im Osten negativer empfunden

Angesichts der grundsätzlich höheren Bedeutung, die der Ausübung eines Berufs in Ostdeutschland augenscheinlich zukommt, können die unterschiedlichen Erfahrungen mit Kurzarbeit während der Corona-Krise zwischen Ost und West erklärbar werden. So haben deutlich weniger Ostdeutsche die Kurzarbeit als eine für sich persönlich „insgesamt wertvolle Zeit“ erlebt als im Westen (38 Prozent gegenüber 44 Prozent im Westen). Vielmehr haben Beschäftigte im Osten diese Zeit häufiger als „insgesamt belastend“ empfunden (28 Prozent gegenüber 23 Prozent im Westen). Krisensicherheit im Beruf – etwa in Pandemiefällen – halten dennoch weniger Ostdeutsche für wichtig als Westdeutsche (71 Prozent zu 76 Prozent im Westen).

Home Office und Videokonferenzen sind im Westen populärer

Nur 28 Prozent der Beschäftigten in Ostdeutschland berichten davon, dass durch die Corona-Zeit digitale Hilfsmittel wie Videokonferenzen oder Datenleitungen ins Home Office Einzug in ihre Arbeitswelt fanden. Mit 39 Prozent sind es in Westdeutschland weit mehr. Nach den Erfahrungen der Corona Zeit fordern West-Beschäftigte jetzt weitaus stärker mehr Heimarbeitsplätze als Ostdeutsche (37 Prozent zu 30 Prozent). Ebenso verlangen 33 Prozent der Westdeutschen mehr Video-Konferenzen statt Präsenztermine bei der Arbeit - in Ostdeutschland sind es dagegen nur 24 Prozent.

Insgesamt berichten 22 Prozent der im Westen Beschäftigten, dass durch die Corona-Zeit der Anteil digitaler Tätigkeiten bei ihrer Arbeit stark oder sogar sehr gestiegen ist. Unter Ostdeutschen sagen das nur 19 Prozent.

Im Westen höhere Bereitschaft den Wohnort zu wechseln

Auch zu Unterschieden bei der Mobilitätsbereitschaft gibt die HDI Berufe-Studie Auskunft: Wären Sie bereit, für Ihren derzeitigen Beruf den Wohnort zu wechseln? Auf diese Frage antworten mehr Beschäftige in Ostdeutschland mit einem Nein als im Westen (66 Prozent zu 62 Prozent im Westen).

Das könnte Sie auch interessieren