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Beruf zählt für Frauen weit mehr als für Männer, vor allem in Ost-Deutschland

Berufstätige beklagen Digitalisierung und härteren Arbeitsmarkt

Mehr als die Hälfte der berufstätigen Frauen in Deutschland (52 Prozent) kann sich ein Leben ohne Beruf nicht vorstellen. Das sind deutlich mehr als unter berufstätigen Männern (44 Prozent). Besonders stark vertreten Frauen in Ostdeutschland diese Meinung (56 Prozent gegenüber 51 Prozent im Westen). Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Befragung von mehr als 3.600 Berufstätigen im Rahmen der HDI Berufe-Studie. Mögliche Gründe für das Ergebnis gehen aus der Analyse ebenfalls hervor. So ist die soziale Anerkennung als Berufstätige für Frauen deutlich wichtiger als für Männer (67 Prozent zu 57 Prozent). Zudem sind für mehr als drei Viertel aller berufstätigen Frauen (77 Prozent) die sozialen Kontakte durch den Beruf entscheidend. Auch das bedeutet Männern weniger (68 Prozent). Einen geregelten Tagesablauf durch den Beruf zu haben, schätzen schließlich ebenfalls mehr Frauen als Männer (73 Prozent zu 67 Prozent).

Bei all dem legen berufstätige Frauen aber mehr Wert auf eine Work-Life-Balance. „Man sollte arbeiten, um zu leben und nicht leben, um zu arbeiten.“ Dieser Aussage stimmen „voll und ganz“ fast die Hälfte der Frauen zu (45 Prozent) und damit klar mehr als unter Männern (39 Prozent).

Dr. Patrick Dahmen, Vorstandsvorsitzender der HDI Lebensversicherung AG: „Die HDI Berufe-Studie zeigt eindrucksvoll die unterschiedlichen Einstellungen der Geschlechter zu ihrem Beruf. Diese Erkenntnisse helfen uns, unsere Kunden besser zu verstehen und unsere Vorsorgelösungen und Services auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden abzustellen. Die Ergebnisse der Studie sind auch für Personal-Entscheider sehr hilfreich, weil sie Einblicke in die Berufs-Realitäten von heute gewähren.“

„Die HDI Berufe-Studie zeigt eindrucksvoll die unterschiedlichen Einstellungen der Geschlechter zu ihrem Beruf. Diese Erkenntnisse helfen uns, unsere Kunden besser zu verstehen und unsere Vorsorgelösungen und Services auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden abzustellen. Die Ergebnisse der Studie sind auch für Personal-Entscheider sehr hilfreich, weil sie Einblicke in die Berufs-Realitäten von heute gewähren.“

Dr. Patrick Dahmen
Vorstandsvorsitzender der HDI Lebensversicherung AG

Unterschiedliche Kriterien bei der Berufswahl

Top-Kriterium bei der Berufswahl sind Interessen und Neigungen, das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer in Deutschland (30 Prozent bzw. 33 Prozent). Beim zweitwichtigsten Punkt endet aber die Gemeinsamkeit. Für Männer folgt mit 30 Prozent „gute Verdienst-Chancen“, nur 23 Prozent der Frauen stimmen dem zu. Unter ihnen gilt vielmehr „die Nähe zum Wohnort“ als das zweitwichtigste Kriterium bei der Berufswahl (24 Prozent). Zudem ist ihnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich wichtiger als Männern (19 Prozent zu 13 Prozent). Die Einstellung zum Beruf wird in vielen Fragen maßgeblich auch durch die Familienverhältnisse beeinflusst. So deckt die Berufe-Studie nicht nur Unterschiede zwischen Männern und Frauen, sondern auch zwischen Singles und Menschen in festen Partnerschaften sowie Befragten mit Kindern und ohne Kinder als auch die Einstellung von Alleinerziehenden auf. Demnach nimmt die berufliche Flexibilität tendenziell mit der Verantwortung für Partnerschaft und Familie ab – bei Frauen noch deutlicher als bei Männern.

Schließlich geben berufstätige Frauen zur Hälfte weniger als Männer an, dass es ihnen bei der Berufswahl darauf ankam, sich hiermit „selbst zu verwirklichen“ (10 Prozent zu 15 Prozent).

Gespaltene Meinung zur Digitalisierung der Berufswelt

Während 46 Prozent der berufstätigen Männer den digitalen Wandel unterm Strich als „hilfreich“ empfinden, sind es bei Frauen nur 41 Prozent. Dass in Deutschland hierdurch Arbeitsplätze verschwinden, befürchten zudem mit 62 Prozent mehr Frauen als Männer (58 Prozent). Jedoch: Frauen belastet weniger als Männer, dass „durch die Digitalisierung die Grenzen zwischen Beruf- und Privatleben immer mehr verschwimmen“: Während 69 Prozent der Männer darüber klagen, sind es bei Frauen 59 Prozent.

Unabhängig vom Geschlecht befürchtet jeder dritte Berufstätige (31 Prozent) mit Verantwortung für minderjährige Kinder, durch die Digitalisierung am Arbeitsplatz den eigenen Job zu verlieren. Bei Berufstätigen ohne eigenen Nachwuchs gibt es diese Angst nur bei jedem Fünften (20 Prozent).

Zudem sagen mehr als die Hälfte der Frauen, die durch die Digitalisierung einen negativen Effekt auf die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben wahrnehmen, dass „die ständige Erreichbarkeit belastend für das Privatleben ist“ (54 Prozent). Das sehen bei den Männern etwas weniger als die Hälfte so (49 Prozent). Aber: Jeder dritte berufstätige Mann bedauert ausdrücklich (32 Prozent), dass er durch die Digitalisierung auch in seiner Freizeit weiter arbeiten muss. Unter den berufstätigen Frauen beklagt dies weniger als jede Vierte (23 Prozent).

Bei der Bereitschaft für den Beruf den Wohnort zu wechseln, zeigen sich weitere Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Deutlich mehr Männer als Frauen sind bereit für einen Umzug (34 Prozent zu 24 Prozent). Eine Diskrepanz, die wenig überraschend ist, zeigt sich schließlich beim Thema Führungsverantwortung. So haben Männer doppelt so häufig wie Frauen laut HDI Berufe-Studie aktuell sowohl Personal- als auch Projektleitungsverantwortung (15 Prozent zu 8 Prozent).

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