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In Bayern zählt das Geld und die Brandenburger sind am zufriedensten mit ihrem Job

Berufstätige beklagen Digitalisierung und härteren Arbeitsmarkt

In Bayern zählt das Geld und die Brandenburger sind am zufriedensten mit ihrem Job

„Diridari“ sagen die Bayern zum Geld. Tatsächlich dreht sich im Freistaat beim Thema Beruf viel ums Diridari, wie die HDI Berufe-Studie herausgefunden hat. Beispielsweise bei den Fragen, welchen Beruf man wählen soll und aus welchem Grund man für den Beruf den Wohnort wechseln sollte. In keinem anderen Bundesland gibt es für die Antwort darauf einen so klaren Kompass wie in Bayern: das Geld.

Im Freistaat hat sich jeder Dritte (33 Prozent) bei der Berufswahl maßgeblich an "guten Verdienstchancen" orientiert – Rekord in Deutschland – wo im Schnitt nur 26 Prozent der Erwerbstätigen entscheidend nach dem Geld schielen. In Thüringen ist es sogar nur jeder fünfte Berufstätige (20 Prozent). Als meist genannte Voraussetzung für einen beruflich bedingten Wohnortwechsel gilt in Bayern sogar für mehr als jeden Zweiten (55 Prozent) "ein höheres Gehalt". Im Bundesschnitt sind es allerdings auch 49 Prozent.

Hamburger und Niedersachsen sind besonders offen für einen anderen Beruf

Diese repräsentativen Ergebnisse bringt die neue HDI Berufe-Studie, die bundesweit 2019 erstmals durchgeführt wurde. Auffällige Unterschiede zwischen Berufstätigen in den verschiedenen Bundesländern gibt es nicht nur beim pekuniären Einfluss auf den beruflichen Werdegang. Bei einer Vielzahl von Verhaltensweisen und Einstellungen rund um den Beruf sind regionale Besonderheiten zu beobachten. Zum Beispiel bei der Frage, ob die Menschen grundsätzlich zu einem Wechsel ihres heutigen Berufs bereit sind. In Hamburg und Niedersachsen sagen fast zwei Drittel aller Erwerbstätigen (62 Prozent), dass sie sich dies vorstellen können (Bundesschnitt 56 Prozent). Die geringste Bereitschaft zum Berufswechsel gibt es dagegen in Sachsen-Anhalt. Weniger als die Hälfte der Berufstätigen (48 Prozent) sind hier grundsätzlich gewillt, einen anderen Beruf zu ergreifen.

Brandenburger ticken bei vielen Fragen anders

Mit ihrer Berufswahl am zufriedensten sind die Berufstätigen in Brandenburg: Drei Viertel (76 Prozent) von ihnen würden ihre Entscheidung auch heute nochmal genauso treffen. Das ist der höchste Wert im Bundesländervergleich. Das Schlusslicht bildet hier Bremen mit 65 Prozent (Bundesschnitt 70 Prozent). Wie zufrieden die Brandenburger mit ihrem Beruf sind, zeigt auch das: So häufig wie in keinem anderen Bundesland (72 Prozent) würden sie auch jungen Menschen empfehlen, ihren Beruf zu ergreifen. Am Ende der Rangliste liegt in dieser Frage Hessen. Dort sagen nur 60 Prozent, dass es eine gute Entscheidung sei, beruflich in ihre Fußstapfen zu treten (Bundesschnitt 66 Prozent).

Die Sonderstellung der Berufstätigen in Brandenburg belegt ein weiterer Studienbefund. Es gibt kein anderes Bundesland, in dem das Bild des eigenen Berufes in der Öffentlichkeit so positiv empfunden wird wie hier. 61 Prozent der Berufstätigen in Brandenburg bewerten das Image ihres Berufs als sehr gut oder gut. Am schlechtesten sind diese Werte in Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und im Saarland mit jeweils 51 Prozent, der Bundesschnitt liegt bei 54 Prozent.

Große Lust auf etwas Neues in Schleswig-Holstein

Die Lust auf etwas Neues als Grund für einen Wechsel des ursprünglich erlernten Berufs ist in keinem anderen Bundesland so ausgeprägt wie in Schleswig-Holstein (48 Prozent). Auf Platz 2 liegt Bayern (46 Prozent) vor Bremen (45 Prozent). Im zuerst erlernten Beruf arbeiten dagegen die meisten Beschäftigten in Baden-Württemberg (51 Prozent). In Sachsen-Anhalt sind es dagegen nur 37 Prozent (Mittelwert 44 Prozent).


Auch zum Thema Digitalisierung sind die Einstellungen je nach Bundesland unterschiedlich. Insgesamt sind sechs von zehn Berufstätigen in Deutschland überzeugt, dass durch die Digitalisierung mehr Arbeitsplätze verschwinden als neue entstehen. Im Saarland befürchten sogar 70 Prozent, dass der Arbeitsplatz-Effekt unterm Strich negativ sein wird. Ebenfalls recht pessimistisch sind die Thüringer mit 67 Prozent. Währenddessen sehen auf der anderen Seite die Hamburger Berufstätigen mit 53 Prozent deutlich seltener diese Gefahr.

Digitalisierung: Hessen sorgen sich am meisten um ihren Job

Wenn es aber nicht um die bundesweite Arbeitsplatz-Entwicklung als Folge der Digitalisierung geht, sondern um die persönliche Sorge um den eigenen Job, sind alle Befragten in der HDI Studie viel entspannter: Nur 22 Prozent haben die Sorge, dass auch ihr eigener Arbeitsplatz aufgrund dieser technologischen Entwicklung entfallen könnte. 72 Prozent sehen ihren Job dagegen ungefährdet. Am größten ist die Sorge, dass die Digitalisierung den eigenen Arbeitsplatz gefährden könnte, noch in Hessen (30 Prozent), am geringsten in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein (17 Prozent).

Die Berufe-Studie des HDI zeigt repräsentativ für die Berufstätigen in jedem der 16 Bundesländer eine Übersicht zu Einstellungen und Verhaltensweisen. Eine Übersicht finden Sie unter.

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