Für die volle Funktionalität dieser Seite ist es notwendig JavaScript zu aktivieren. Hier sind die Anweisungen wie Sie JavaScript in Ihrem Browser aktivieren.

Das Home Office setzt sich durch

Berufstätige beklagen Digitalisierung und härteren Arbeitsmarkt

Die HDI Berufe-Studie zeigt die positiven Effekte der Corona-Krise: Die Deutschen haben sich für neue Formen des Arbeitens geöffnet – Beispiel Home Office.

„Bei allen Nachteilen hat die Corona-Krise auch positives bewirkt. Neben der Akzeptanz vom Home Office haben Schulen einen regelrechten Digitalisierungs-Schub erfahren. Wenn diese Effekte nachhaltig sind, hat Deutschland einen entscheidenden Schritt in Sachen Digitalisierung getan.“

Dr. Patrick Dahmen
Vorstandsvorsitzender der HDI Lebensversicherung AG

Zu den wenigen Dingen, die die Corona-Pandemie positiv verändert hat, gehört die Akzeptanz der Arbeit im Home Office. So fordert jetzt eine deutliche Mehrheit (61 Prozent) aller Berufstätigen, die durch die Corona-Krise am Heimarbeitsplatz waren, dass künftig vermehrt Möglichkeiten angeboten werden, von zuhause aus zu arbeiten. Wie entscheidend dafür die eigene positive Erfahrung mit einem Heimarbeitsplatz ist, zeigt folgende Analyse: Unter den Beschäftigten, die in der Corona-Zeit nicht im Home Office gearbeitet haben, ist diese Forderung mit 26 Prozent weniger als halb so groß.

Große regionale Unterschiede

Laut HDI Berufe-Studie 2020 wurden Heimarbeitsplätze im Zuge der Corona-Krise deutlich häufiger im Westen als im Osten Deutschlands eingerichtet. Spitzenreiter unter den Bundesländern waren dabei Rheinland-Pfalz, Berlin und Hamburg. Hier hat die Pandemie bei jedem dritten Erwerbstätigen dazu geführt, dass für ihn ein Heimarbeitsplatz entstand. Eine nicht einmal halb so hohe Quote ergibt sich dagegen beim Schlusslicht Thüringen (14 Prozent) gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 18 Prozent. Aufschlussreich ist auch die regionale Verteilung der stärksten Befürworter von künftig mehr Heimarbeitsplätzen in Deutschland. Mit 41 bzw. 40 Prozent der Beschäftigten liegen hier die besonders von Corona betroffenen Bundesländer Baden-Württemberg und NRW an der Spitze. Mit lediglich 26 und 27 Prozent bilden Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt wiederum die Schlusslichter.

Jüngere eher als Ältere und Männer mehr als Frauen im Home Office

Innerhalb der Altersgruppen zeigen sich signifikante Unterschiede. So wurde für Berufstätige unter 45 Jahren häufiger Home Office im Zuge der Corona-Krise eingeführt als für die Altersgruppe darüber (31 Prozent zu 23 Prozent). Bundesweit machten auch mehr Männer als Frauen die Erfahrung, von zuhause statt im Büro zu arbeiten (30 zu 25 Prozent). Große Unterschiede zeigen sich zudem zwischen Teil- und Vollzeit-Beschäftigten. Während Vollzeitkräfte zu 30 Prozent in der Corona-Zeit auf einen Heimarbeitsplatz wechselten, waren es bei Beschäftigten in Teilzeit nur etwa halb so viele (19 Prozent).

Interessant ist schließlich die Analyse von Beschäftigten mit Personal- und auch Projektverantwortung gegenüber denjenigen ohne solche Aufgaben. Ein Drittel häufiger waren demnach laut HDI Berufe-Studie die Personalverantwortlichen im Home Office (36 Prozent zu 24 Prozent). Ebenso viele von ihnen fordern künftig nun vermehrte Angebote dazu (37 Prozent). Und sogar mehr als die Hälfte von ihnen wollen flexible Arbeitszeiten in diesem Zusammenhang (53 Prozent). Bei Berufstätigen ohne Personal- und Projektverantwortung fordern 34 Prozent mehr Heimarbeitsplätze und 46 Prozent flexiblere Arbeitszeiten - jeweils deutlich weniger also.

Entscheidend ist die Einkommenshöhe

Signifikant hängt die Häufigkeit, mit der Berufstätige bedingt durch Corona ins Home Office wechselten, offenbar mit dem Einkommen zusammen. So waren Beschäftige mit Gehältern von mehr als 2.000 Euro netto im Monat mehr als doppelt so häufig im Home Office (38 Prozent) wie solche mit persönlichen Einkommen darunter (17 Prozent). Unter Spitzenverdienern mit 5.000 Euro netto monatlich arbeitete schließlich sogar jeder Zweite (49 Prozent) von zuhause aus. Zwischen Angestellten und Selbständigen waren die Unterschiede dagegen nicht so groß (28 zu 23 Prozent).

Schub für Lehrer und Ausbilder

Am häufigsten unter allen Berufstätigen waren Beschäftigte in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) bedingt durch die Corona-Krise im Home Office (60 Prozent). Auf Rang 2 und nur knapp dahinter finden sich bereits Lehrer und Ausbilder (56 Prozent) noch vor Beschäftigten in Werbung, Marketing und Medien (54 Prozent).

Eine Erklärung kann die HDI Berufe-Studie anbieten: So meldet keine andere Berufsgruppe so stark wie Lehrer und Ausbilder, dass sich im Zuge der Corona-Krise der Anteil digitaler Tätigkeiten in ihrem Beruf erhöht hat. Mit einer Nennung von 80 Prozent liegen sie mit deutlichem Abstand an der Spitze aller Berufsgruppen vor den Zweitplatzierten aus dem Bereich Werbung, Marketing und Medien (60 Prozent) sowie denen in Finanzdienstleistung, Rechnungswesen und Steuerberatung (59 Prozent).

Das könnte Sie auch interessieren